Montag, 26. Mai 2008

Semesterbreak: Lombok & Sumbawa

So – da bin ich wieder, zurück aus dem Semesterbreak. Die Reise ging nach Lombok und Sumbawa (wer nur Bahnhof versteht – im Photoalbum ist ne Karte). Zunächst war ich mit einem Freund unterwegs, zwischendurch mal 2 Tage alleine und später kamen noch 2 weitere Freunde und Roland nach. Mit vollbepacktem Roller und natürlich dem Surfboard gings zunächst in Balis Osten und von dort mit der Fähre in 5 Stunden auf die Nachbarinsel Lombok. Die Insel ist von der Größe und Landschaft her ähnlich zu Bali, aber die Kultur ist ne ganz andere. Auf Lombok leben wie in ganz Indonesien hauptsächlich Moslems (Bali ist ne große Ausnahme – hier leben 95 % Hindus, ansonsten lebt in Indonesien die größte muslimische Bevölkerung der Welt). Der Unterschied zu Bali fällt sofort auf: Auf Bali sind es die zahlreichen Tempel, Blumen- und Opfergaben an jeder Ecke – auf Lombok die Moscheen, verhüllte Frauen und Mädchen und vor allem die Gebetsgesänge…. Laut Koran müssen die Moslems 5 mal täglich beten, los geht’s um 4.30 Uhr morgens, wenn der Ruf des Muezzin in einer wahnsinns-Lautstärke von Lautsprechern übertragen wird um die Moslems zum Gebet zu rufen (und um die Ungläubigen und Andersgläubigen aufzuwecken). Auch sehr interessant: Die islamische Tradition in Indonesien erlaubt dem Mann die Vielehe mit bis zu 5 Ehefrauen – vor allem in ländlichen Gebieten kommt dies noch häufig vor... wenn sichs einer leisten kann… Ich war sehr froh dass ich im Indonesisch-Sprachkurs gut aufgepasst hab. Wir waren oft in Gegenden wo kein Wort Englisch gesprochen wurde. In Indonesien gibt es übrigens 583 verschiedene Sprachen, Bahasa Indonesia ist die Einheitssprache.
So, jetzt aber wieder zurück zum Trip. Die erste Woche verbrachten wir im Süden von Lombok – unberührte Strände, kaum Touristen, hammer Landschaft und super Surf-Spots. Vor allem beim Sonnenaufgang und –untergang zu surfen war bei der tollen Landschaft phänomenal. Yes, jetzt war ich auch endlich mal beim Hahnenkampf! Ein freundlicher Local nahm uns mit zu diesem Ereignis. Auf Bali finden die Kämpfe nur an Feiertagen im Tempel zu Ehren der Götter statt (Blutopfer) – auf Lombok andauernd. An jeder Ecke sieht man Männer stehn die einen Hahn im Arm halten und liebevoll streicheln. Zum Kampf werden den Hähnen scharfe Messer an die Krallen gebunden um den Gegener schnell zu töten. Der Kampf an sich ist ziemlich blutig und oft schon nach ein paar Sekunden vorbei. Und es wird geschrien und vor allem gewettet was das Zeug hält. War echt lustig dort. 200 Sasaks (Bewohner Lomboks) und wir 2 Weiße. Was wir in den 2 Wochen angegafft wurden war echt nicht mehr normal. Touristen sind auf Lombok und vor allem auf Sumbawa nicht sehr viel unterwegs. Die einen glotzen nur, andere schreien Hey Mister hinterher (können aber sonst kein weiteres Wort Englisch) und wieder andere wollen ein Photo machen. Das Roller fahren war auch immer ein Highlight – neben und auf dem Weg (Straßen kann mans eigentlich nicht nennen) Kühe, Ziegen, Hühner, Affen und auch mal eine 1 Meter große Riesenechse. In der Inselmitte, am Rande des 3.700 Meter hohen Vulkans (zweithöchste Erhebung und einer von über 100 aktiven Vulkanen Indonesiens), der das gesamte Landschaftsbild Lomboks beherrscht, haben wir eine Wanderung durch Reisfelder und Dörfer zu ein paar tollen Wasserfällen unternommen. Gegen Ende waren wir dann noch ein paar Tage auf den Gili-Inseln – 3 kleine vorgelagerte Inseln die noch zu Lombok gehören. Dort ist es echt krass.. traumhafte Strände, Sonnenuntergänge, Unterwasserwelt, Wellen und den ganzen Tag nur chillen. Für die Unterkunft haben wir wie überall während des Trips nie mehr als 2,50 € gezahlt. Die Inseln sind so klein, man kann in einer Stunde rundherum laufen. Da gabs dann auch ein paar Touries. Ich kann euch echt nicht sagen warum ausgerechnet dort, aber man konnte an jeder Ecke und sogar im Restaurant von der Speisekarte verschiedene Mushroom-Cocktails bestellen. Ihr könnt euch vorstellen was da für Leute unterwegs waren…
Und irgendwann dazwischen waren wir dann 4 Tage auf Sumbawa – hier aber nur im Süd-Westen da die Insel außer ein paar richtig richtig guten Surf-Spots nicht viel zu bieten hat. Die Strände sind zwar extrem schön… aber irgendwann hat man halt auch genug Strände gesehn. Aber der surf war fett. Wir waren die ganze Zeit am gleichen Spot mit dem treffenden Namen „Scar-Reef“. Eine heftige und schnelle Welle die über sehr flachem Wasser und vor allem scharfen Korallen bricht Bei jedem Sturz wird man über das Riff gezogen. Es war grenzwertig… aber geil. Als Andenken hab ich ein paar Narben am Schienbein... Gewohnt haben wir dort in einem kleinen spärlichen Holz-Bungalow direkt am Strand. Man liegt im Bett und hört das Meer rauschen. Das Bad: ein Schlauch zum duschen und ein Loch im Boden…
An einem Tag hatte ich dann eine der tollsten Erlebnisse überhaupt. Der Wellen am Scar-Reef waren zu groß zum surfen, deshalt bin ich ein paar Kilometer die Küste entlang gefahren (hab von einem Einheimischen den Tipp bekommen), zu einem kleinen Fischerdorf. Die anderen Jungs hatten sich alle was eingefangen und haben das Bett gehütet. In der Bucht war ich dann, bis auf ein paar nackte Kinder die versuchten auf 2 zusammengenagelten Brettern zu surfen, allein im Wasser und das ganze Dorf am Strand zum zuschauen. Dazu der Sonnenuntergang und nur geile Wellen… hach…
Die 2 Wochen waren der Hammer, aber gegen Schluss hab ich mich echt wieder nach Bali gesehnt und bin jetzt auch sehr froh wieder hier zu sein. Bali ist so toll… da muss man eigentlich gar nicht wegfahren. Und jetzt geht’s erstmal so weiter wie davor. Weitere Bilder im Album.

Viele liebe Grüße an euch alle! Sampai jumpa!

P.S.: Leider leider wurde unser phänomenaler Auftritt im TV bei Kabel 1 bereits ausgestrahlt.. nichmal meine Eltern wussten davon.. Aber ein paar Leuten haben es gesehn und es war wohl ganz witzig. Hier könnt ihr immerhin den Trailer anschauen: http://www.kabeleins.de/doku_reportage/traenen_terminal/video/artikel/15338/