Im April 1975 marschierten die Streitkraefte der Roten Khemer in Phnom Penh ein und trieben die Bevoelkerung gewaltsam aufs Land um dort ihre neue Existenz als Kleinbauern aufzunehmen.Mit dem Fall Phnom Penhs begann eines der blutigsten Kapitel in der Geschichte der Menschheit. Die Roten Khmer begannen, die radikalen Ideen ihres „Bruders Nummer 1“, Pol Pot, vom kommunistisch-primitivistischen Bauernstaat konsequent umzusetzen, und zwangen die Bevölkerung unter Androhung der Todesstrafe, die Hauptstadt binnen 48 Stunden zu verlassen. Sie sollten auf dem Lande als Bauern und Landarbeiter eingesetzt werden. Diese Menschen hatten noch das gluecklichere Los, denn Pol Pot befahl Massenexekutionen von Intellektuellen, Lehrern, Gebildeten und deren Familien. Selbst das Tragen einer Brille galt als Anzeichen fuer Intelligenz und wurde als Verbrechen eingestuft, das mit dem Tode zu bestrafen war. So überlebten landesweit nur 50 Ärzte und 5.000 von vormals 20.000 Lehrern. Die Herrschaft Pol Pots war ebenso von seiner Paranoia und der seiner Anhänger geprägt, die jeden, der nicht pünktlich zur Arbeit erschien, als Volksverräter bestraften. Die Kambodschaner waren gezwungen worden, schwarze Einheitskleidung zu tragen, und mussten täglich 12 Stunden und mehr unter schwersten Bedingungen Landarbeit verrichten, ohne entsprechend mit Nahrungsmitteln und Medizin versorgt zu werden. Schon nach kurzer Zeit konnten die Bauern nicht einmal mehr den Reisbedarf des eigenen Volkes decken, und nicht wenige mussten sich von Ratten ernähren, um nicht zu verhungern. Die Schreckensherrschaft dauerte vier Jahre lang, bevor vietnamesische Streitkraefte 1979 in der Hauptstadt, die bis dahin eine Geisterstadt war (4 Jahre!), einmarschierten. Bis zu jenem Zeitpunkt waren mindestens eine million, moeglicherweise aber auch bis zu drei millionen Khemer dem Voelkermord zum Opfer gefallen. Im berüchtigten „Sicherheitsgefängnis 21“ in Phnom Penh überlebten 7 von insgesamt 20.000 Gefangenen. Wer dort nicht an der Folter starb, wurde auf den Killing Fields vor den Toren der Stadt umgebracht. Heute hab ich mir diese zwei schrecklichen Plaetze angeschaut. Im Sicherheitsgefaengnis S21 wurden die Menschen auf kleinstem Raum gehalten, und verblieben zwischen 2 und 7 Monaten hier, wahrenddessen sie auf die unterschiedlichsten, sadistischsten Methoden gefoltert wurden, bis sie die Gestaendnisse erbrachten, die die Khmer Rouge hoeren wollten. Wer die Folter ueberlebte, wurde dann in Lastwagen aus der Stadt gefahren, wo er ermordet und in Massengraebern verscharrt wurde. Das Gefaengnis von Toul Sleng ist in vier Gebaeude unterteilt, und man durchlaeuft eine Dramaturgie des Schreckens: Im ersten Gebaeude befinden sich Folterzellen und Bettgestelle, auf denen die 14 Leichen lagen, die die vietnamesischen Befreier im Januar 1979 vorfanden (neben 7 Ueberlebenden - 7!! von 20.000...). Neben den Bettgestellen, auf denen teilweise noch Metallfesseln und Foltergegenstaende liegen, haengt ein Foto, auf dem das Auffinden der Leiche dokumentiert wird. Sehr schreckliche Bilder von verstuemmelten Leichen. Auf dem Boden ist immer noch das eingetrocknete Blut zu sehen. Die Balkone sind mit Stracheldraht gesichert, damit sich die Gefangenen nicht in den Tod stuerzen konnten um weiterer Folter zu entgehen. Es ist unglaublich, mit welcher Grausamkeit die Khmer Rouge vorgingen. Vor allem, als klar war dass Utopia nicht funktioniert, weil statt der erwarteten Verdopplung der Reisproduktion noch weniger als vorher produziert wurde, die Menschen verhungerten und neue Verantwortliche gesucht und verfolgt wurden, stieg die Zahl der Toetungen noch weiter an. Als das Geld fuer Benzin fuer die Todestransporte ausging, wurden die Menschen hinter den Lastwagen hergeschliffen und nach dem Tod irgendwo im Feld verscharrt. Als die Munition nicht mal mehr ausreichte um mehrere Leute in eine Reihe zu stellen und mit derselben Kugel zu toeten, wurden sie schlicht erschlagen und ihnen die Kehle durchgeschnitten. Muettern wurden die Babys aus den Armen gerissen und gegen einen Baum geschmettert. Auf den Killing Fields sind bisher 8985 Leichen ausgegraben worden, Schaetzungen gehen von insgesamt 17.000 Toten aus. In vielen Teilen des Landes gibt es aehnliche Massengraeber. Man laeft dort zwischen den ausgegrabenen Massengraebern herum, ueberall liegen noch Kleidungsfetzen und Knochen rum. Es ist einfach nur erschuetternd, sehr sehr traurig und unvorstellbar was hier vor nur 30 Jahren abging.
Kambodscha hat sich inzwischen wieder relativ gut erholt, aber die Wunden sitzen tief. Aber die Leute sind sehr freundlich und freuen sich wenn Touristen kommen. So.. jetzt hab ich mich in dem neuen Blog mal nur mit der Schreckensherrschaft der roten Khemer befasst. Das Thema beschaeftigt mich gerade sehr. Ich kann einfach nicht fassen zu was Menschen in der Lage sind. Ich will jetzt eigentlich gar nicht mehr schreiben was ich in Kambodscha schon alles erlebt habe. Ich lass lieber Bilder sprechen. Nur soviel.. mir geht es nach wie vor hervorragend, ich sehe viele tolle Sachen (mit Aussnahme von heute) die mich immer wieder umhauen, lerne sehr nette Leute kennen und bin noch mit vi

el Spass und Freude auf Tour. Aber so langsam freu ich mich dann auch wieder auf zuhause.. mein Bett, guter Kaffee, Schlagzeug spielen, Mamas Essen und und und. Aber vor allem freu ich mich auf euch alle!!! Bald gehts nach Vietnam, meine letzte Station. stay tuned!
euer Simon